Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

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Heilige Notburga

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Heilige Notburga von Eben

Gedenktag:

14. September - Einfacher Gedenktag
Bistum Passau: 13. September - Gebotener Gedenktag

Lebensdaten

* ~ 1265 in Rattenberg/Tirol
+ 14.09.1313 auf Schloss Rottenburg in Tirol

Namensbedeutung

"Notburga" ist althochdeutsch und bedeutet "Schützerin in Gefahr"

Darstellung

In einfacher Kleidung einer Dienstmagd, mit Sichel, Schlüsselbund, Garbe, Milchkübel, mit Broten oder einem Krug in der Schürze; zusammen mit dem hl. Isidor.

Patronin

Notburga ist Patronin der Dienstmägde, der Bauern, des Feierabends, für eine glückliche Geburt, bei Viehkrankheiten, in allen Nöten der Landwirtschaft.

Brauchtum

Das Grab Notburgas in Eben ist eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte.

Leben

Notburga kam als junges Mädchen an den Hof des Grafen von Rottenburg im Unterinntal, wo sie als Magd diente. Was sie von ihrem täglichen Mahl nicht zum Leben brauchte, brachte sie den Ärmsten der Armen. Als die Gräfin jedoch starb, verbot ihre geizige Schwiegertochter Ottilie dem Dienstmädchen, weiterhin den Bedürftigen zu helfen. Es entwickelte sich ein schwerer Streit und schliesslich musste Notburga den Hof verlassen.

Sie kam bei einem Bauern in Eben unter, dem sie als Magd diente. Sie hatte mit ihm vereinbart, am Vorabend von Sonn- und Festtagen beim Versperläuten mit dem Mähen aufzuhören, um sich in einer nahegelegenen Kapelle auf den Festtag vorbereiten zu können. Dennoch beauftragte der Bauer eines Tages sein Gesinde, den Weizen zu schneiden, obschon das Feierabendläuten längst gewesen war. Mit den Worten "Feierabend" soll Notburga daraufhin ihre Sichel in die Höhe geworfen haben, wo sie regungslos schweben blieb, bis sie sie nach ihrer Andacht wieder in die Hand nahm.

Nach dem Tod der Gräfin Ottilie konnte Notburga auf das Schloss Rottenburg zurückkehren, wo sie der gräflichen Familie bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 1313 treu diente. Vor ihrem Tod bat sie, ihren Leichnam auf einen Wagen mit zwei Ochsen zu legen und sie zu begraben, wohin das Gespann sie führte. Die Tiere zogen über den Inn hinüber auf einen hohen Berg, wo der Edelmann eine Kirche erbauen liess - die spätere Notburga-Kirche von Eben.

Im Jahr 1718 erteilte der zuständige Brixener Fürstbischof die Erlaubnis, in der Kirche von Eben nach Notburgas Grab und Reliquien zu suchen. Wirklich fand sich ein Stück vorderhalb des Hochaltars eine Grabstelle. Die darin liegenden Gebeine wurden zunächst an Ort und Stelle belassen. Doch wurde der Wunsch, die Reliquien zur Verehrung sichtbar auszustellen, immer lauter. So entnahm man sie 1735 mit bischöflicher Genehmigung dem Grab und liess sie kostbar fassen. 1738 erfolgte die feierliche Ausstellung des heiligen Leibes im Hochaltar der inzwischen neu gebauten Kirche. Die alte Grabstelle ist im Boden durch eine Marmorplatte gekennzeichnet.

An einem Bauernhaus in Eben bezeugt eine Inschrift das unweit geschehene Sichel-Wunder. Kult und Verehrung für die einzige Tiroler Heilige wurden im Jahre 1862 durch Papst Pius IX. bestätigt.

Gemeinsam mit dem hl. Isidor (siehe Link) erfährt die hl. Notburga in landwirtschaftlich geprägten Gegenden bis heute tiefe Verehrung.

Gebet zur Heiligen Notburga

Heilige Notburga
Anwältin der Arbeitenden -
wenn Arbeitslosigkeit uns bedroht,
tritt für uns ein.

Zuflucht in all unseren Nöten -
wenn Menschen in Hunger und Elend leben,
sei du unser Vorbild der Hilfe.

Beschützerin der Bauern, des Viehs, der Felder und Fluren -
wenn Natur und Umwelt missachtet werden,
rüttle uns auf.

Kämpferin für Freizeit und Sonntag -
wenn Sonntag und Freizeit bedroht sind,
sei du uns Mahnung.

Vorbild in der Treue zu Gott -
wenn unser Gottvertrauen schwindet,
sei uns zugegen.

Heilige Notburga, bitte für uns.

Amen.

(verfasst vom Ebener Pfarrer Erwin Corazza, um 1992)

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