Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

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Heilige Maria Magdalena

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Heilige Maria Magdalena

Gedenktag:

22. Juli - Gebotener Gedenktag

Lebensdaten

* ~ 0
+ ~ im 1. Jahrhundert

Namensbedeutung

"Maria" kommt aus dem Hebräischen und heisst "die von Gott Geliebte".
"Magdalena" ist ein Namenszusatz, der bedeutet, dass Maria "aus Magdala" stammte.

Darstellung

Maria aus Magdala wird dargestellt als vornehme Dame oder als Büsserin vor einer Höhle mit Totenkopf, Geissel und Salbengefäss.

Patronin

Sie ist Patronin der Frauen, der reuigen Sünderinnen, der Verführten, der Kinder, die schwer gehen können, der Schüler und Studenten, der Handschuh- und Kammmacher, Friseure, Gärtner, Salbenmischer, Parfüm- und Puderhersteller, Winzer, Weinhändler, Bleigiesser, Böttcher, Weissgerber, Wollweber, der Gefangenen sowie gegen Augenleiden, Gewitter und Ungeziefer.

Leben

Maria Magdalena (auch Maria von Magdala, Maria Magdalene, ital. Maddalena, frz. Madeleine) wird im Lukas-Evangelium (Lk 8,2) als erste der Frauen erwähnt, welche Jesus geheilt hatte. Er trieb sieben Dämonen aus ihr aus. Darauf begleitete sie Jesus und unterstützte ihn auch materiell (Lk 8,3). Sie stand in der Nähe des Kreuzes Jesu (Mt 27,56, Mk 15,40), war bei seinem Begräbnis dabei (Mt 27,61, Mk 15,47) und ging am Ostermorgen mit anderen Frauen zum Grab (Mk 16,1-8, Joh 20,1-10). Ihr ist der auferstandene Herr zuerst erschienen, und er hat sie mit der Botschaft von der Auferstehung zu seinen Jüngern gesandt (Mk 16,9; Joh 20,11-18). Deshalb trägt sie auch den Ehrentitel Apostola Apostolorum (Apostelin der Apostel).

Spätestens seit Papst Gregor dem Grossen (590-604) setzt die abendländische Kirchentradition Maria Magdalena mit der Sünderin und späteren Büsserin aus dem Lukasevangelium (Lk 7,36 ff.) gleich sowie mit Maria aus Bethanien, der Schwester der Martha und des Lazarus. In neuerer Zeit werden gegen diese Sichtweise Einwände erhoben. Es haftet wohl beiden Theorien etwas spekulatives an, und widerlegt ist die traditionelle Version nicht.

Zur ausserbiblischen Legendenbildung gehört, dass sie in Ephesus, auf dem Gebiet der heutigen Türkei, starb und dass in Aix-en-Provence in Frankreich eine Reliquie von ihr aufbewahrt wird. Nach der griechischen Überlieferung fand Maria Magdalena ihre letzte Ruhestätte in Ephesos. Von dort gelangten mutmassliche Reliquien im Jahr 899 nach Konstantinopel.

Maria Magdalena in der heutigen Zeit
Sakrileg, Da-Vinci-Code etc.

von Webmaster Wolfram Biedermann

Leider ist gerade diese Heilige, die Jesus in grosser wahrhafter Liebe verbunden war, zusammen mit Christus bis heute übelsten Verleumdungen, ja regelrechten Verfolgungen ausgesetzt. Ihr Schicksal kann uns Mahnung sein, über das Schriftwort nachzudenken "Selig seid ihr ..., wenn sie euch beschimpfen und in Verruf bringen um des Menschensohnes willen" (Lk 6,22). Die Wucht der Anschuldigungen zwingt uns geradezu zu einer Entscheidung für oder gegen Jesus, für oder gegen seine Liebe zu uns und seine Verheissung der Erlösung und des ewigen Lebens.

Wer glauben will, dass Jesus mit Maria Magdalena Kinder hatte, entscheidet sich für einen vollständig anderen Glauben, nicht nur für eine andere Meinung in einer Detailfrage. Dieser andere Glaube ist die Gnosis. Auf diese kann an dieser Stelle des Umfangs wegen nicht näher eingegangen werden, jeder Interessierte kann sich leicht selbst weitere Informationen beschaffen. Es sei nur die zentrale Grundkonzeption der Gnosis aufgezeigt: Gott ist hier nicht wirklich gut, sondern "gespalten", die materielle Welt ist eine Schöpfung eines bösen göttlichen Geistes, d.h. im Klartext: Satan ist der legitime Herr dieser Welt. Das Wort "Gnosis" ist griechisch und bedeutet "Erkenntnis". Die Kultformen der Gnosis haben sehr verschiedene Ausprägungen und reichen von den 68er "Love and Peace"-Fantasien über esoterische Rächerstäbchenrituale bis hin zur vermeintlich intellektuellen Freimaurerei.

Im gnostischen Lehrgebäude wird der Mensch nicht von einem guten und liebenden Vater nach dem Tode erlöst, sondern muss sich in einer endlosen Folge von Wiedergeburten selbst erlösen, bevor seine Persönlichkeit in einer Art "Nirwana" verlöscht.

Welche Attraktivität kann eine derartige Drohbotschaft haben ? Wieso finden effekthascherische Literaturerzeignisse, die solche (durch nichts beweisbare und daher auch niemals bewiesene !) Behauptungen aufstellen, und esoterische Praktiken immer neue Anhänger ? Andererseits - hat man nicht im Fernsehen Experimente gesehen, die ein früheres Leben beweisen sollen ?

Eine Antwort ist sicher die Faszination des Unbekannten, die Vorstellung, dass es geheime, noch nicht geoffenbarte Wahrheiten geben könne, deren Mitwisser der "Eingeweihte" wird. Und die vielleicht grösste Gefahr ist die, dass im Unterbewusstsein oft etwas hängen bleibt. Ein kleiner Zweifel vielleicht, ob "da nicht doch irgendwas dran ist". Ein Unbehagen, dass die überlieferte Glaubenslehre Wahrheiten verschweigen könnte.

Wir wünschen uns also wahre Erkenntnis und den "rechten Glauben". Was können wir tun ?

Zunächst sind im Denken des Menschen Glaube und Zweifel niemals zu trennen. Wie Josef Ratzinger in seinem Buch "Einführung in das Christentum" so treffend formuliert hat, liegt über jedem Glauben der Schatten des Zweifels: "was, wenn es nicht wahr ist ?" Der Ungläubige formuliert nur scheinbar andersherum: "was, wenn es doch wahr ist ?" Die Evangelien sind voller Beispiele für Zweifel der Apostel, und das waren immerhin die Menschen, die Jesus am nächsten standen und ihn leibhaftig bei sich hatten.

Allerdings kannte Jesus die Schwächen der Menschen und deshalb bekam der "berühmteste Zweifler der Weltgeschichte", der Apostel Thomas, auch nicht nur eine wohlmeinende Belehrung ("selig sind, die nicht sehen und doch glauben"), sondern der auferstandene Christus forderte ihn ohne Umschweife auf, die Finger in seine Wunden und die Hand in seine Seite zu legen. Auch wenn die Betonung der Geschichte auf dem "nicht sehen und doch glauben" liegt, hat sie einen Aspekt, der oft zu kurz kommt, nämlich die Barmherzigkeit Gottes und seine Bereitschaft, uns durch den Zweifel und aus ihm heraus zu führen und den guten Weg zu weisen. Gott lässt sich ein auf unsere Forderung nach Hilfe im Zweifel. Der Autor dieser Zeilen kann bekennen, dass ihm schon oft Momente der Erkenntnis, des Wissens, das keinen Glauben mehr braucht, geschenkt wurden. Jesus Christus sucht uns noch viel mehr, als wir ihn suchen können. Und er wird keinen, der ihn ehrlich sucht, im Ungewissen sitzen lassen.

Und Maria Magdalena ?

Sie war eine der treuesten Jüngerinnen Jesu und eine der ersten Zeuginnen der Osterbotschaft. Sie durfte leibhaftig schauen, was uns verborgen bleibt. Wir dürfen hoffen und glauben, dass wir in den Heiligen, die Menschen sind wie wir und die uns vorangegangen sind an einen Ort, der auch uns als ewige Heimat verheissen ist, liebevolle Helfer und Begleiter haben durch unser oft nicht einfaches Leben.

Maria Magdalena wurde nicht als Heilige geboren, sie war eine Sünderin wie jede(r) von uns. Sie musste die Verzweiflung des Karfreitags ertragen, ohne zu wissen, was nach drei Tagen geschehen würde. Gerade deshalb will sie uns Helferin und Wegweiserin in Zeiten des Zweifels und der Verunsicherung sein. Wenn merkwürdige Gerüchte unser Ohr erreichen, andersartige Glaubenslehren propagiert werden, Sektierer Anhänger werben wollen und scheinbar so vieles gegen die überlieferte Lehre spricht, kommt man oft mit einfachem Nachdenken nicht weiter. Aber man kann sich der Hilfe einer Frau anvertrauen, die um unsere Not weiss:

Gebet zur Hl. Maria Magdalena

Heilige Maria Magdalena,

Du bist durch ein ganzes Menschenleben gegangen. Du hast Höhen und Tiefen erlebt, und Jesus Christus selbst hat Dir Deinen Weg gezeigt und Dir seine Liebe geschenkt. Du hast die Bitterkeit der Enttäuschung und das Dunkel der Verzweiflung erlebt und wurdest Zeugin des Triumphes des Lichtes über die Finsternis. Führe uns in Momenten des Zweifels. Zeige uns die Liebe Gottes, die alle Fragen beantwortet und alle Zweifel besiegt.

Du hast das Ziel erreicht und kennst nun die ganze Wahrheit. Hilf uns, zu Erkenntnis zu kommen, wo unser Verstand an Grenzen stösst. Hilf uns, aus dieser Erkenntnis eine Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung für Gott, für die Liebe, für unser Heil.

Beschütze unsere Pfarrei und unsere Gemeinde. Wir wollen Dir unsere Zukunft anvertrauen, wie dies unsere Väter und Mütter bereits vor Jahrhunderten getan haben.

Heilige Maria Magdalena, bitte für uns !

Amen

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