Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

Mit Klick vergrössern

Heiliger Johannes Maria Vianney
Aufnahme:
St. Johannes Wallerfing

Zurück zur aufrufenden Seite

Heiliger Johannes Maria Vianney (Pfarrer von Ars)

Gedenktag:

4. August - Gebotener Gedenktag

Lebensdaten

* 08.05.1786 in Darilly bei Lyon (Frankreich)
+ 04.08.1859 in Ars-sur-Formans bei Lyon

Namensbedeutung

Johannes bedeutet: Gott ist gnädig

Darstellung

Mit lebensgetreuem Aussehen als Pfarrer, mit Rochett und Stola

Patron

der Pfarrer

Priesterjahr 2009

Von Juni 2009 bis Juni 2010 begeht die Kirche ein besonderes Priesterjahr aus Anlass des 150. Todestages des Heiligen.

Leben

Der "Pfarrer von Ars" gilt bis heute als das Vorbild der Pfarrer und Priester. Als begnadeter Seelenführer und Beichtvater zog er zahllose Menschen in seine Pfarrei, Ars-sur-Formans.

Die Jugend des von Kindesalter an tiefgläubige Bauernsohnes war geprägt von den Wirren und der Kirchenverfolgung der Revolutionszeit. So musste er die Erstkommunion in einem Privathaus von einem Priester empfangen, der sich vor den Machthabern versteckt hielt (die Priester, die offiziell tätig bleiben wollten, waren gezwungen worden, einen Eid auf die gottlose Verfassung abzulegen).

Im Alter von 19 Jahren entschloss sich Johannes-Maria, Priester zu werden. Er trat in das Seminar des Pfarrers Balley von Ecully ein. Allerdings hatte er mit den theoretischen Anforderungen des Theologiestudiums Probleme, insbesondere das Erlernen des Latein fiel ihm sehr schwer. Nachdem er 1809 den Einberufungsbefehl zur Armee erhalten hatte, musste er das Seminar verlassen und begab sich zur Truppe. Allerdings blieb ihm der Kriegseinsatz erspart: einmal erkrankte er, und dann versäumte er seine Truppe. Am Ende konnte er sich in einem Dorf vor den Truppen verstecken, bis der Krieg vorbei war und Napoleon die Deserteure begnadigte.

1811 konnte er sein Studium in Ecully wiederaufnehmen. Er erhielt viel Unterstützung von Pfarrer Balley, der an die Berufung seines Schützlings glaubte. Als Vianney im Seminar in Lyon zweimal durch eine Prüfung gefallen war, ging Balley ins erzbichöfliche Ordinariat und veranlasste den Generalvikar Courbon, ihm nochmals die Prüfung abzunehmen, und zwar zuhause in Ecully. Diesmal bestand er.

Gegen die Meinung der anderen Examinatoren liess der Generalvikar Vianney aufgrund seiner Frömmigkeit und Marienverehrung weiterstudieren, und empfahl ihn der Gnade Gottes, "die den Rest besorgen werde". Am 13. August 1815 wurde er zum Priester geweiht, mit der Einschränkung, nicht Beichte hören zu dürfen (!), da man ihm die Fähigkeit zur Unterscheidung der Sünden nicht zutraute.

Johannes Maria kehrte als Kaplan zu seinem Freund Balley nach Ecully zurück. Als dieser 1817 starb, wurde ihm die Pfarrstelle von Ars zugewiesen. Ars war eine sehr kleine Pfarrei mit etwas mehr als zweihundert Einwohnern, aber sie galt als geistlich erloschen.

Johannes Maria kämpfte einen harten Kampf um die "Seele von Ars". Er liess nichts unversucht, das geistliche Leben in seiner desinteressierten Pfarrei zu erneuern. Er besuchte seine Pfarrkinder oft und liess die Ausstattung der Kirche erneuern, während er die teuren Möbel aus dem Pfarrhaus hinausschaffte. Die Sakraments- und die Rosenkranzbruderschaft wurden erneuert. Vianney selbst führte ein aussergewöhnlich hartes, asketisches Leben. Ausser dem Verzicht auf Schlaf ass er hauptsächlich gekochte Kartoffeln.

Durch seinen Einsatz und sein persönliches Vorbild erreichte er tatsächlich eine Verhaltensänderung bei den Leuten im Dorf. Trotz gewisser Sittenstrenge und absoluter Unbeugsamkeit dem Zeitgeist gegenüber konnte er mit einen Predigten die Menschen erreichen. Z.B. besass das kleine Dorf zu Beginn seines Wirkens 4 Wirtshäuser. Durch Vianneys Wirken, der die Wirtshäuser als "Werkstatt des Teufels" bezeichnete, mussten im Laufe der Zeit alle schliessen.

Vianney war vielfältigen Anfeindungen ausgesetzt. So wurde er verdächtigt, Vater eines Kindes zu sein, dessen Mutter sich schliesslich umgebracht hatte. Er kannte den wahren Vater, durfte aber wegen des Beichtgeheimnisses nicht sprechen. Erst als ein Mann auf dem Sterbebett die Vaterschaft öffentlich bekannte, war Johannes Maria von diesem Verdacht reingewaschen.

Sein Ruf als Beichtvater verbreitete sich und führte zu wahren Pilgerströmen in das kleine Dorf. Allerdings wurde er immer wieder von Fluchtgedanken heimgesucht. In diesen Momenten wollte er seine Pfarrstelle verlassen, um ein Leben in der Einsamkeit zu führen. Allerdings wurden alle derartigen Versuche vereitelt und er kehrte immer wieder in seine Pfarrei zurück.

Am 4. August 1859 endete das irdische Leben dieses herausragenden Gottesdieners. 1904 exhumierte man den Leichnam und stellte fest, dass er nicht verwest war. Johannes Maria wurde 1905 selig- und am 31. Mai 1925 heiliggesprochen. Die Pfarrkirche von Ars wurde zur Basilika erweitert. Der unzerstörte Leichnam von Johannes Maria Vianney befindet sich dort in einem Glasschrein.

Zurück zur aufrufenden Seite

www.pv-ramsdorf-wallerfing.de