Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

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Heiliger Heinrich II.

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Heilige Kunigunde

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Heilige Heinrich II. und Kunigunde - Kaiserehepaar

Gedenktag:

13. Juli - Nicht gebotener Gedenktag

Lebensdaten

Heinrich:

* 06.05.973 in Hildesheim
+ 12.07.1024

Kunigunde:

* ~ 980 in Luxemburg
+ 03.03.1033 oder 1039 in Kaufungen (Hessen)

Namensbedeutung

"Heinrich" ist althochdeutsch und heisst "der in seinem Besitztum Mächtige"
"Kunigunde" ist althochdeutsch und heisst "die für die Sippe Kämpfende"

Darstellung

Heinrich wird in Rüstung oder Mantel mit Krone, Zepter und Reichsapfel dargestellt. Sein Attribut ist das Kirchenmodell des Bamberger Doms, manchmal auch die Lilie als Zeichen seiner ehelichen Keuschheit. Bisweilen hält er zusammen mit Kunigunde das Kirchenmodell. Auch Kunigunde trägt die kaiserlichen Insignien. Ihr persönliches Attribut ist - angelehnt an die Legende des Gottesurteils - die Pflugschar.

Patronate

Heinrich Patron der Bistümer und Städte Bamberg und Basel.
Kunigunde ist Patronin des Bistums Bamberg, der Schwangeren, der (kranken) Kinder

Brauchtum und Verehrung

Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts werden Heinrich und Kunigunde als hl. Kaiserpaar verehrt. Im späten Mittelalter übertraf die Kunigundenverehrung die Heinrichs; sie nahm auf dem Hintergrund ihrer Legende Züge der Marienverehrung an. Zudem wurde sie als Repräsentantin eines kontemplativen Lebens gesehen.

Leben

"Herr Heinrich, der bayerische Herzog, trat durch die Weihe des Willigis in die Herrschaft ein und lenkte die heilige Kirche Gottes mit wachsamster Sorge und Weisheit sein Leben lang sowohl im Hinblick auf den Klerus wie auf das Volk". In diesen wenigen Worten der Vita Bischof Godehards von Hildesheim spiegelt sich präzise zusammengefasst das Herrschaftsprogramm Kaiser Heinrichs II. (1002-1024) wider. Er interpretierte seine Herrschaft nicht nur als weltliches, sondern auch als kirchliches Amt, das Reich und Kirche gleichermassen umfasste.

Geboren als Sohn des bayerischen Herzogs Heinrich des Zänkers und der aus dem burgundischen Königshaus stammenden Gisela erbte er nach dem Tod des Vaters 995 das Herzogtum Bayern, das sich damals über die Alpen bis an die Adria erstreckte. Seine Ausbildung hatte er zunächst für den geistlichen Stand bei Bischof Abraham von Freising sowie in Hildesheim, dann in der herzoglichen Hauptstadt Regensburg unter dem hl. Bischof Wolfgang erhalten. Im Kloster St. Emmeram machte er Bekanntschaft mit der monastischen Reformbewegung, die sich - ausgehend vom lothringischen Kloster Gorze - über St. Maximin in Trier auch in Deutschland verbreitete. Zwischen 998 und 1000 heiratete er Kunigunde, eine Tochter aus dem Luxemburger Grafenhaus. Diese Heirat sollte sich als glückliche Entscheidung erweisen, denn Kunigunde entwickelte sich zur kongenialen Ratgeberin Heinrichs. Zeitweise übernahm sie sogar als Statthalterin die Regierungsgeschäfte, als Heinrich sich in Italien aufhielt.

Nach dem plötzlichen Tod Kaiser Ottos III. 1002 gelangte Heinrich mit der Unterstützung seiner bayerischen und einiger fränkischer Anhänger auf den deutschen Königsthron und wurde von Bischof Willigis in Mainz geweiht. Die Königsweihe war der entscheidende Akt, durch den Heinrich nach seinem Verständnis den göttlichen Herrschaftsauftrag erhalten hatte. Er verstand sich als Stellvertreter des himmlischen Königs auf Erden, dem Gehorsam geschuldet wurde. Jeder, der sich seiner Königsgewalt widersetzte, versündigte sich damit auch gegen Gott. Im Reich erkannte er das Haus Gottes, er selbst verkörperte den Willen Gottes. Indem er sich der Sakralität seines Amtes bewusst war, strebte er danach, im Reich die Ordnung Gottes durchzusetzen, zumal er der Meinung war, sich "am Ende der Zeiten" zu befinden. Damit verband sich die besondere Verehrung des Erzengels Michael, des ersten Märtyrers Stephan, Marias, der Mutter des himmlischen Königs, und des Mönchsvaters Benedikt.

Mit der Kaiserkrönung im Jahr 1014 in St. Peter in Rom durch Papst Benedikt VIII. erweiterte sich Heinrichs Herrschaftsanspruch auf das christliche Europa. Seine Verantwortung war nicht mehr auf sein Königreich beschränkt, sondern dehnte sich auf die gesamte Christenheit aus.

Auf seinem 3. Italienzug (über den Brenner und Ravenna, dann an der Adria entlang nach Apulien) pilgerte er im Jahre 1022 zum Monte Gargano zum Michaelsheiligtum, dem Ausgangspunkt der abendländischen Michaelsverehrung. Schliesslich erbat er die Aufnahme in einem Benediktinerorden. Der Abt nahm ihn zwar als Bruder auf, bat ihn allerdings, weiter in der Welt zu wirken. Heinrich stiftete auch das Michaelskloster in Bamberg.

Heinrich gilt als realistischer Politiker, der die "Kunst der Möglichen" verstand und sich erreichbare Ziele setzte. Kaiser Heinrich II. konnte am Ende seines Lebens zwar nicht auf einen Nachfolger blicken, dafür aber auf ein durch seine persönlichen Tugenden neu gefestigtes Reich.

Heinrich war ein wahrer Förderer der Kirche: er war nicht nur ihr Wohltäter, sondern auch ihr Zuchtmeister, der so manchen Missstand abstellte: So setzte er z.B. den Zölibat durch und achtete auf die ordnungegemässe Befolgung von Klosterregeln.

Kunigunde war ihrem Gatten eine vollwertige Partnerin und stand auch zu ihm, als sich ihre Brüder gegen ihn erhoben. Sie unterstützte Heinrich auch in Fragen, die die Kirche betrafen. So verzichtete sie auf ihre Morgengabe zugunsten des neugegründeten Bistums Bamberg. Kunigunde nahm intensiv Anteil an der Regierung. Dies zeigt sich etwa an den Urkunden aus der Zeit Heinrichs II., in denen sie oft als Intervenientin auftritt. 1017 gründete sie das Kloster Kaufungen in der Nähe von Kassel, in das sie nach dem Tod Heinrichs 1024 als einfache Nonne eintrat; bis zu ihrem Tod 1033 (oder 1039) lebte sie in diesem Kloster.

Die Ehe des Kaiserpaares war kinderlos geblieben. Daran knüpften sich nach ihrem Tod zahlreiche Legenden an. So hiess es, dass die beiden eine Josephsehe geführt hätten, worauf sich die Heiligsprechung Heinrichs II. 1146/47 stützen konnte. Eine andere Legende schildert ein Gottesurteil, dem sich Kunigunde zum Beweis ihrer Jungfräulichkeit stellte: Sie schritt unversehrt über glühende Pflugscharen. Kunigunde wurde am 29. März 1200 von Papst Innozenz III. heilig gesprochen.

Heinrich und Kunigunden-Gebet

Allmächtiger Gott,

du hast dem heiligen Kaiser Heinrich
und seiner Gemahlin Kunigunde
irdische Macht anvertraut
und ihr Wirken mit der ewigen Herrlichkeit belohnt.

Gib auch uns die Gnade,
dass wir unsere Aufgabe in dieser Weit erfüllen
und Erben deines Reiches werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn

Amen

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