Katholischer Pfarrverband Ramsdorf-Wallerfing
Dekanat Osterhofen - Bistum Passau

Bischof Wilheml Schraml

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Hirtenwort zum Besuch des Hl. Vaters in Deutschland

Liebe Schwestern und Brüder!

Vom 22.-25. September besucht unser Heiliger Vater Papst Benedikt XVI. zum dritten Mal Deutschland.

Bei seinem ersten Besuch im Jahr 2005 konnte der Heilige Vater beim Weltjugendtag in Köln mit über einer Million Jugendlicher aus der ganzen Welt ein beeindruckendes Fest der Freude am Glauben feiern. "Kommt, lasst uns ihn anbeten!", war das Motto. Die Heiligen Drei Könige aus dem Orient, deren Reliquien im Kölner Dom ruhen, haben alles verlassen, um dem Stern zu folgen, der sie zu Christus, dem Retter des Menschengeschlechtes, führte. "Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter, da fielen sie nieder und beteten es an." (Mt 2,11).

Wer Christus entdeckt hat, muss andere zu ihm führen. Eine große Freude kann man nicht für sich selbst behalten. Uns allen rief damals der Heilige Vater auf dem Marienfeld in Köln zu: "Helft den Menschen, den wirklichen Stern zu entdecken, der uns den Weg zeigt, Jesus Christus. Versuchen wir selbst, ihn immer besser kennen zu lernen, damit wir überzeugend auch andere zu ihm führen können... Gehen wir vorwärts mit Christus und leben wir unser Leben als wirkliche Anbeter Gottes!"

Eine unvergessene Erinnerung verbinden wir mit dem zweiten Besuch des Heiligen Vaters im Jahr 2006 in seiner bayerischen Heimat. Das Wort des Papstes stand wie die Sonne selbst über seiner Reise und wurde täglich neu so eindrucksvoll bestätigt - durch den Papst und durch die vielen Menschen: "Wer glaubt, ist nie allein."

In Altötting und Marktl ließ er uns seine Freude spüren, an den Stätten sein zu dürfen, die ihm von Kindheit an so sehr ans Herz gewachsen sind. Ohne Zweifel war sein Besuch in Altötting ein glanzvoller Höhepunkt in der Geschichte dieses großen Wallfahrtsortes und damit auch unserer Diözese. "Mit Maria lernen wir die helfende Güte, aber auch die Demut und die Großzügigkeit, Gottes Willen anzunehmen und ihm zu vertrauen, ihm zu glauben, dass seine Antwort, wie sie auch sein wird, das wahrhaft Gute für uns, für mich ist."

Und an anderer Stelle sagte der Heilige Vater: "Maria ist und bleibt immer die Magd des Herrn, die nicht sich selbst ins Zentrum setzt, sondern uns zu Gott hinführen will und uns einen Lebensstil lehren möchte, in dem Gott als Mitte der Wirklichkeit und als Zentrum unseres eigenen Lebens erkannt wird... Maria und Jesus gehören zusammen."

Was aber mit der Person von Papst Benedikt ein für alle Mal in Altötting verbunden bleibt, ist die Eröffnung der Anbetungskapelle. Es war bewegend, wie der Hirte der universalen Kirche nach der Eucharistiefeier auf dem Kapellplatz den eucharistischen Herrn in der Monstranz in die Anbetungskapelle getragen hat, dort niederkniete und anbetete. "In der hl. Hostie bleibt er da und wartet immerfort auf uns... Lieben wir es, beim Herrn zu sein. Da können wir alles mit ihm bereden," sagte uns der Papst in der Predigt.

Der bevorstehende dritte Deutschlandbesuch des Heiligen Vaters steht unter dem Leitwort: "Wo Gott ist, da ist Zukunft." Das ist eine zentrale Herausforderung gerade an die Kirche in unseren Tagen. Wir dürfen uns nicht um Gott betrügen lassen. Die hl. Theresia von Avila, diese große spanische Mystikerin, bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: "Wer Gott hat, der hat alles." An der Gottesfrage und am Glauben an ihn entscheidet sich die Zukunft der Kirche, der Kirche auch in unserer deutschen Heimat.

Eine wahre Erneuerung der Kirche, die wir so sehr herbeisehnen, muss dem Dialog der Liebe mit Gott entspringen. In Jesus Christus ist uns Gott ganz nahe gekommen. Er wurde einer von uns, unser Herr und Gott, unser Bruder und Freund.

Liebe Schwestern und Brüder, was die Kirche zusammenhält, ist der Glaube und das Bekenntnis des Petrus an Jesus Christus bei Caesarea Philippi: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." (Mt 16,16). Dafür garantiert Petrus; dafür garantieren seine Nachfolger im Petrusamt. Dafür garantiert der Petrus unserer Tage, Papst Benedikt XVI.

Auf das Bekenntnis des Petrus hin hat ihm Jesus und seinen Nachfolgern die Verheißung zugesagt: "Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." (Mt 16,18). Und nach seiner Auferstehung gibt ihm der Herr am See von Tiberias die Vollmacht: "Weide meine Lämmer!" "Weide meine Schafe." (Joh 21,15.17).

So hat Christus, der Gute Hirt, den Dienst des Papstes für die ganze Kirche grundgelegt. Der Papst ist der Bekenner des Glaubens an Jesus Christus für die ganze Kirche. Er hat in der Kirche das wahre Christusbekenntnis wach zu halten und die Menschen zu Gott zu führen, der uns in Jesus Christus sein menschliches Antlitz zeigt. Den besonderen Auftrag aber, den Jesus Petrus, dem ersten der Apostel, anvertraut hat, führt in seiner Nachfolge der Bischof von Rom weiter: "Du aber stärke deine Brüder!" (Lk 22, 32).

Liebe Schwestern und Brüder, die lebendige und treue Verbundenheit mit dem Nachfolger des hl. Petrus ist die Gewähr dafür, dass wir in der Gemeinschaft mit Christus bleiben und damit auf dem rechten Weg sind. Denn "wo Petrus ist, da ist die Kirche; und wo die Kirche ist, da ist Christus", sagen die Kirchenväter. Die Geschichte der Kirche lehrt uns eindringlich, dass die Ortskirchen gerade dann stark sind, wenn sie in fester Einheit mit dem Papst leben und wirken.

Einheit der Kirche entsteht von innen nach außen, und nicht umgekehrt. Diese lebensstiftende Einheit findet ihre letzte verbindliche Kraft und Orientierung im Amt und Dienst des Papstes, den Christus zum "immerwährenden, sichtbaren Prinzip und zum Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft der Kirche eingesetzt hat", wie die Väter des II. Vatikanischen Konzils lehren (LG 18).

Liebe Schwestern und Brüder, wir freuen uns und sind dafür sehr dankbar, dass unser Heiliger Vater Deutschland besuchen wird. "Du aber stärke deine Brüder im Glauben" sagt Jesus zu Petrus. Papst Benedikt XVI. will die deutschen Katholiken enger um Christus scharen und gleichzeitig das gemeinsame Zeugnis aller Christen hervorheben.

Bezeugen wir unsere Verbundenheit mit dem unserem Heiligen Vater auch darin, dass wir seine Initiative für die Menschen in Ostafrika unterstützen, damit er helfen kann: Fördern wir durch unsere großherzige Spende den "Benedikt-Ostafrikafonds", der zu einer nachhaltigen Hilfe und der Friedensförderung in Ostafrika führen soll.

So bitte ich Sie alle, liebe Schwestern und Brüder, um Ihr inniges Gebet für unseren Heiligen Vater, dass der Herr ihn behüte und seinen Dienst für die Kirche unseres Landes reich segne, damit wir gestärkt werden im Glauben und uns Mut zuteil wird zu einem gemeinsamen, vertieften christlichen Zeugnis in der Kirche.

Dazu erbitte ich den Segen des dreifaltigen Gottes, des +Vaters und des +Sohnes und des +Heiligen Geistes.

Passau, am Fest Mariä Namen, am 12. September 2011

+Wilhelm
Bischof von Passau

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